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Handelsverband Büro und Schreibkultur (HBS)
28.01.2018
Der Bürofachhandel unterstützt bei der digitalen Transformation
Der Streckenhandel erweitert sein Portfolio, Ladengeschäften profitieren von wachsenden Schülerzahlen

Frankfurt/Main, 28.01.2018

Das Gesamtvolumen des deutschen PBS Marktes verzeichnete 2017 ein leichtes Minus von 0,6 % und betrug knapp 13 Mrd. Euro. Zwar war die Branche mit höheren Erwartungen in das Jahr gestartet, doch letztlich kam dieser Verlauf nicht unerwartet. Der Trend zu neuen, digitalen Arbeitsformen hält an und wird vom Fachhandel aktiv begleitet. Die gute Konjunktur kann den Wandel der Büroarbeit nicht voll kompensieren.

Gute Geschäfte auf der Strecke

Der PBS-Streckenhandel verzeichnet laut HBS-Panel im Jahr 2017 eine Umsatzsteigerung von 3,5 %. Die anhaltende Schwäche einzelner Global Player führt zu Umsatzverlagerungen auf den kooperierenden Fachhandel. Der lokale Streckenhändler mit umfassenden Services und Beratung vor Ort sowie festen Ansprechpartnern baut seine Marktposition aus.

Neben umfangreichen Warensortimenten schätzt der Kunde Lieferung und Services aus einer Hand, wie beispielsweise Kaffee- und Getränkelieferung, persönliche Arbeitsschutz- sowie und Hygieneartikel bis hin zur Logistik kundenindividueller Artikel. Von der Lieferung bis zur Rechnungsstellung wünschen Firmen feste Ansprechpartner, transparente Prozesse und fehlerfreiere Abrechnungsvorgänge. „Das sind die Vorzüge des regionalen Streckenhändlers“, so HBS-Präsident Michael Ruhnau, „dies verlangt nach einer hohen Qualität der Systemlogistik“. Mit den steigenden Anforderungen an Warenverfügbarkeit und neuen Zusatzartikeln steigen die Anforderungen an die Logistikprozesse und deren Optimierung. Hier punkten Händler, die über eine optimierte Abwicklung ihrer C-Artikel-Geschäfte und eine ausgefeilte Lagerlogistik verfügen.

Die Rahmenbedingungen bleiben günstig

Die Zahl der Erwerbstätigen stieg 2017 um 1,5 % auf 44,3 Millionen Menschen. Im Dienstleistungssektor gab es mit plus 1,7 % den stärksten Anstieg. Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 2,2 %, das stärkste Wachstum seit sechs Jahren. Die florierende Konjunktur in Verbindung mit weiter steigenden Löhnen sowie die anhaltend niedrigen Zinsen kurbeln die private Nachfrage an und sorgen für gute Firmen-konjunkturen. Das schafft einerseits Zuwächse bei den Büroarbeitsplätzen, anderseits sorgt der Mangel an Beschäftigten im Zuge des Fachkräftemangels nicht mehr für den nötigen Schub, um weiteres Wachstum zu generieren. „Viele Unternehmen leiden unter akutem Fachkräftemangel, so dass ihnen am Ende die Schlagkraft fehlt, das Wachstum zu halten“, so HBS-Geschäftsführer Thomas Grothkopp.

Die Geburtenrate steigt in Deutschland seit 2013 - im Jahr 2016 um 7,4 % - und steigert die Nachfrage nach Spielwaren, Glückwunschkarten, Kinder- und Lernbücher sowie den typischen Vorschulprodukten wie Buntstifte, Knete oder Wachsmalkreide. Die jüngsten Anstiege sind auf Zuwanderung sowie auf das zunehmende Vertrauen in die Zukunft und steigende Betreuungsangebote zurückzuführen. Die Zahl der Schulanfänger ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 % gestiegen. Im laufenden Schuljahr wurden deutschlandweit 725.100 Kinder eingeschult. Elf Millionen Schüler werden aktuell an allgemein- und berufsbildenden Schulen unterrichtet.

Mit Service und Kundennähe punkten

Bei den PBS-Ladengeschäften weist das HBS-Panel 2017 einen Umsatzrückgang von 3,5 % auf. Beflügelt durch das Trendthema Handlettering und Ausmalen steigt der Mal- und Zeichenbedarf um 13 % auf 135 Millionen Euro. „Gerade in einer so mobilen und schnelllebigen Zeit, wo der Spagat zwischen Beruf und Familie immer schwerer zu bewerkstelligen ist, sorgen Kreativprodukte für den nötigen Ausgleich“, so HBS-Präsidiumsmitglied Birgit Lessak. Hier wuchs primär der Bereich der Tusche und Künstlerfarben. Darüber hinaus stieg der Umsatz bei Schreibgeräten um 2,5 % auf 913 Millionen. Getragen wurde das Wachstum insbesondere vom Verkauf der Blei- und Buntstifte mit 27 %.

Im klassischen PBS-Geschäft nimmt der Wettbewerbsdruck seitens der Drogerien, Supermärkte und Lebensmittel-Discountern und der Non-Food-Discounter zu. Nur mit einer klaren Fachhandelspositionierung, einem standortorientierten Konzept kann sich ein Fachgeschäft erfolgreich aufstellen. „Viele Hersteller bedienen sowohl diesen Massenmarkt, als auch den Fachhandel. Die Breite und Tiefe des Angebots darzustellen, ist der Vorzug des Fachhandels“, so Lessak.

Die Fachhändler müssen sich auf einen neuen Kundentypus und ein verändertes Einkaufsverhalten einstellen. In Zukunft werden weitaus mehr digitale Services von Händlern erwartet. Der Einkaufsbummel wird unterwegs vorbereitet und Informationen werden verglichen. „Hier gilt es, das Smart-Phone als Shoppingbegleiter zu verstehen, um neben einer mobilen In-Store-Navigation die Kunden auch über Angebote und Service zu informieren“, so Lessak, „denn sobald der Kunde im Geschäft seine Ware abholt, ist er offen für Beratung inklusive Upgrade auf seine bestellte Ware“.

Darüber hinaus muss sich der Fachhandel fortwährend weiterentwickeln, um für seine Kunden attraktiv zu bleiben. Neben der regelmäßigen Überarbeitung des Ladenkonzepts und der Sortimente sind das Events, Themenwelten und Serviceleistungen, die den Kunden ansprechen. „Der Handel muss weiter anpassungsfähig bleiben“, so Lessak. Das kostet Kraft und Personalressourcen. Wie wichtig dabei engagiertes und fachkundiges Verkaufspersonal ist, erläutert HBS-Vizepräsidentin Carla Gundlach am aktuellen Thema „Ergonomie“. Neben der klassischen Schulausstattung zeigen Eltern besonderes Interesse an einer Ergonomieberatung. „Das fängt beim Schulranzen an und geht über das ermüdungsfrei gestaltete Schreibgerät bis hin zu einem unter neusten ergonomisch Gesichtspunkten gestalteten Arbeitsplatz für die Kleinen“, so Gundlach, „Kundenbindung durch effiziente Kundenkommunikation – das schafft eine Wohlfühlatmosphäre, die der Kunde im Online-Shop nicht findet“. Mit Workshops, besonderen Geschenkverpackungen oder dem Lieferservice lassen sich zusätzliche Akzente setzen. Händler finden hier Unterstützung bei ihren Verbundgruppen.

ITK – Wachsende Forderungen nach Beratung

Das Geschäft mit Tinte und Toner ist seit mehreren Jahren rückläufig. Dieser Trend wird sich mit einem zunehmenden Grad der Digitalisierung fortsetzten. Der Bereich des EDV-Zubehörs wächst mit 1,3 % weiter. Der Nachfragerückgang bei Bürokommunikationspapieren verlangsamt sich auf 3,3 %, der Umsatz mit Druckerverbrauchsmaterialien sank um 7,9 %.

Viel Potential bietet das zentrale Thema Datensicherheit, mit dem sich der Fachhandel durch den Einsatz neuer Technologien und Software beim Kunden profilieren kann. Hier gilt es, die Unternehmen im Umgang mit ihren Daten in Zeiten, in denen die Mitarbeiter von überall her Zugriff auf Firmendaten haben, zu sensibilisieren und zu beraten. Den - auch durch gesetzliche Veränderungen wie der Datenschutzgrundverordnung gegebenen - hohen Anforderungen an Sicherheitsstandards und dem extrem gewachsenen Bedürfnis nach Datensicherheit sind die im Einsatz befindlichen Systeme oft nicht mehr gewachsen. Zusätzlich werden die Sicherheitsrisiken durch komplizierte oder veraltete Hardware in den Unternehmen begünstigt. Hier sorgt der Handel für die Bereitstellung adäquater Lösungen.

Darüber hinaus stellt die digitale Dokumentenverwaltung eine tragende Rolle bei der Investitionsplanung von Unternehmen dar. „Das Büro ist die Schaltzentrale der digitalen Transformation. Da passen alt hergebrachte, analoge Technik und Papierdokumente nicht mehr“, so Ruhnau. Fast jedes fünfte mittelständische Unternehmen will nach einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom künftig stärker auf digitale Dokumentenverwaltung setzen. Beratungsstarke und serviceorientierte Fachhändler können direkten Einfluss auf die Firmenführung nehmen. „Entsprechende individuelle Lösungen hält meist nur der beratende Fachhändler parat“, so Ruhnau weiter. Mit gut funktionierenden MPS-Konzepten bestellen Drucker und Kopierer selbstständig Verbrauchsmaterial, melden Fehler und vereinbaren Wartungstermine, noch bevor das Gerät stillsteht. Weitere Themen wie Schulungen, Datensicherheit oder Cloud-Computing hängen direkt an dieser Entwicklung. Besonders mittelständische Unternehmen, die selten über eine eigene IT-Abteilung verfügen, profitieren von IT-Lösungen ihrer Fachhandelspartner. Full¬service-Anbieter, die von der Hardwareinstallation und Wartung über Schulungen und Softwarelösungen einen umfassenden Service bieten, haben gute Chancen, langfristige Kundenbeiziehungen aufzubauen.

Arbeit 4.0 – Flexibel und vernetz arbeiten

Die Sparte der Büro- und Objekteinrichter profitiert von niedrigen Zinsen und einem stabilen Arbeitsmarkt. Virtuellen Unternehmen ohne eigene Büroflächen nehmen zu. Firmen nutzen die Möglichkeiten des Desk-Sharing, „Crowd¬working“, oder „Bring your own device“. Die Mitarbeiter müssen für Projektarbeiten nicht mehr im selben Raum sitzen und sind trotzdem eingebunden. Dabei können sie jederzeit auf Arbeitsinhalte zugreifen und zeitnah bearbeiten. Zugleich verlangen die Mitarbeiter nach Kommunikationsspots und individuellen Rückzugsmöglichkeiten. „Die Arbeitswelt ist deutliche flexibler geworden. Das verlangt nach einer veränderbaren Büro-Infrastruktur“, erläutert Ruhnau. „Bei immer mehr Arbeitgebern steigen die Anforderungen nach einer genauen Planung und Bereitstellung des Arbeitsplatzes.“ Darüber hinaus wird für die Mitarbeiter eine angenehme und moderne Bürolandschaft immer wichtiger und entscheidend bei der Arbeitsplatzwahl.

„Die moderne Arbeitswelt verlangt nach ganzheitlichen Lösungen bei Bürokonzepten, Arbeits- und Kommunikationsstrukturen“, unterstreicht Ruhnau, „Gesundheit im Büro wird für viele Unternehmen daher immer wichtiger. Ein gesunder Arbeitsplatz mit individuellen Gestaltungs- und Rückzugsorten ist wichtig für die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter“. Der Handel profitiert von der „gesunden“ Arbeitsplatzgestaltung. Themen wie ergonomische Stühle und Büromöbel, Lufthygiene und biorhythmisch gesteuerte Lichtkonzepte spielen im zukünftigen Büroalltag eine tragende Rolle. „Dies verlangt nach gut ausgebildete Mitarbeitern, die gezielt beraten und so den Zusatznutzen eines Fachhändlers hervorheben können“, so Ruhnau.

Ausblick

Für das Jahr 2018 blickt die Branche optimistisch in die Zukunft. Dazu tragen die stabile Inlands- und die steigende Auslandsnachfrage bei. Die Erwartungen der Unternehmen sind so zuversichtlich wie nie zuvor, ergibt sich aus dem IFO-Geschäftsklimaindex. Die Inlandsnachfrage wird durch den weiter ansteigenden Beschäftigungsstand, steigende Ein¬kommen, anhaltend niedrige Zinsen in Verbindung mit kräftigen Unternehmergewinnen getragen. Steigende Schülerzahlen sorgen bei den Kommunen für Mehrausgaben bei der Schulausstattung und kurbeln die private Nachfrage im Back-to-School-Geschäft an.

PBS-Fachberater: Erfolgsfaktor Kundenorientierung

Deutschland gilt als bildungsstarkes Land. Trotzdem ist der Fach-kräftemangel zu einem der größten Konjunkturrisiken geworden. Diesem Problem ist sich der HBS zusammen mit seinen Handels- und Industrie¬partnern bewusst und hat mit dem Lehrgang zum Zertifizierten PBS-Fachberater eine in der Branche einmalige Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die bereits 112 zertifizierte Fachberater hervorgebracht hat.

Der Lehrgang eignet sich für Laden- und für Streckenhändler. Er ermöglicht, das vorhandene Wissen zu erweitern und anwendungsbezogen zu vertiefen. Der Kurs eignet sich hervorragend für Quer- und Wiedereinsteiger sowie Azubis. Dabei stärken die Teilnehmer ihre Handlungssicherheit gegenüber Kunden und erweitern ihre Sozialkompetenzen. "Die einzelnen Lernmodule sind auf die komplexen Anforderungen des Handels im Ladengeschäft und im Streckenhandel abgestimmt", betont Gundlach. Die erworbene Kompetenz belegen die Teilnehmer am Ende des Kurses mit einem Abschlusszertifikat.

Qualität verbindet - Das Schreibwarenzeichen

Seit zehn Jahren steht das Schreibwarenzeichen für ein Qualitätsversprechen, verbunden mit einem umfassendes PBS-Markensortiment. Darüber hinaus ist das Schreibwarenzeichen das Symbol der Branche und findet sich in den Signets des HBS und des Industrieverbands sowie im Fachberaterlogo. 850 Fachgeschäfte zeigen Fachhandelskompetenz durch Nutzung des Logos plakativ nach außen. Seit 2013 wird das Schreibwarenzeichen auch in Österreich verwendet. Im vergangenen Jahr steigerte der HBS mit Unterstützung der Verbundgruppen Büroring, Prisma und InterES mit einer Medienkampagne, den Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit weiter zu steigern. Begleitet wurde die Kampagne mit einem Gewinnspiel und dem neu gestalteten Internetauftritt.

Paperworld 2018 – Die Welt zu Gast in Frankfurt

Vom 27.01. bis 30.01.2018 präsentieren in Frankfurt 1.580 Aussteller aus 66 Ländern Neuheiten für das moderne Büro und den Papier- und Schreibwarenbedarf. Damit bietet die internationale Leitmesse zahlreiche Impulse für den PBS-Handel und seine Sortimente. Sie dient dem Fachhandel als Anlaufstelle zum Austausch mit den Lieferanten und Branchenvertretern.

Ergänzt wird die Messe durch ein umfangreiches Rahmenprogramm, zahlreichen Sonderflächen und Events, z.B. der Sonderschau Mr. Books & Mrs. Paper, die sich speziell an Händler mit der Ausrichtung Bücher, Papeterie und Schreibprodukte richtet oder der Sonderschau „Büro der Zukunft“ mit Impulsen für moderne Büroarbeitsplätzen und Informationen zu zentralen Themen wie Gesundheit, Licht und Ergonomie.

Raum für intensives Networking oder dem Austausch unter Kollegen bietet das Handelsareal in Halle 3.0. Stand B56C. Gemeinschaftlich sind dort Büroring, Büroforum 2000, InterES, Prisma und der Handelsverband für Büro und Schreibkultur (HBS) vertreten. Dort findet auch die Verleihung der Zertifikate an die Absolventen des Fachberaterkurses 2017 statt.



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Weitere Infos:
Nora Rabah-Martelock

Handelsverband Büro und Schreibkultur (HBS)
Frangenheimstr. 6
50931 Köln
Tel. 0221/940 83-30
Fax 0221/9 40 83-90
hbs@wohnenundbuero.de
http://www.wohnenundbuero.de

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